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Schach an der Grundschule Olewig

Schachboom an den Schulen

Schach an Schulen boomt! Praktisch überall in Deutschland sind in den vergangenen Jahren neue Schulschachinitiativen entstanden. Immer mehr Vereine erkennen, dass die Kooperation mit den örtlichen Schulen ein wichtiger Schlüssel für die positive Entwicklung des Vereinsschachs ist. Hinzu kommen professionelle Schachschulen, deren Trainergegen Entgelt Kurse an Schulen anbieten – und auch hier ist die Nachfrage zunehmend.

Studie zeigt positive Wirkungen von Schachunterricht

Schach steht an den Schulen hoch im Kurs. Denn was Schachspieler schon immer wussten, hat vor zwei Jahren auch eine wissenschaftliche Studie belegt: Schachunterricht fördert nachhaltig die geistigen Fähigkeiten der Kinder: räumliches Vorstellungsvermögen, Konzentrationsfähigkeit, strategisches Denken usw. Doch die „Trierer Schulschachstudie“ brachte weitere interessante Ergebnisse zu Tage. In Trier wurde in der Olewig-Grundschule eine der wöchentlichen Mathestunden durch eine Stunde Schachunterricht ersetzt. Das Erstaunliche: Trotz weniger Matheunterricht entwickelten sich die mathematischen Fähigkeiten der Kinder besser als die Fähigkeiten der Kinder in einer Vergleichsschule. Aber nicht nur in Mathe, sondern auch beim Leseverständnisschnitten die Olewig-Schüler besser ab.

http://www.schulschach-bayern.de/uploads/Hausarbeit1.pdf

Begleitet vom Lehrstuhl für Psychologie der Universität Trier wurden in der Grundschule in Trier-Olewig mit Schachunterricht und in vier Kontrollgruppen der benachbarten Grundschule ohne Schachunterricht jährlich zu drei Zeitpunkten Intelligenz-, Verhaltens- und Leistungstest für 1.Konzentrationsfähigkeit, 2.Intelligenz, 3.Rechtschreibfähigkeit und 4.schulische Integration durchgeführt. Eine relative Überlegenheit der Olewiger Schüler zeigte sich für die Experimentalgruppen 1 und 2, die im 1. bzw. 2. Schuljahr mit dem Schachunterricht begonnen hatten. Besonders bei den anfänglich in Bezug auf produktive und reproduktive Wahrnehmung, visuelle Orientierung und Aufmerksamkeit als leistungsschwächer eingestuften Kindern waren Konzentrationsfähigkeit und Rechenleistungen gewachsen. Zudem bekundeten die Kinder ein hohes subjektiv erlebtes Wohlbefinden über den gesamten Untersuchungszeitraum, während dieses bei den Kindern der Kontrollschule sogar abnahm.

Dass Schachunterricht wesentlich die Wahrnehmungsfähigkeit und die Konzentration steigert und leistungsschwache Kinder vom Schach im Verhältnis deutlich mehr als leistungsstarke Schüler profitieren, belegen Messwerte gegenüber den Werten der Kontrollgruppe (GS Egbert) (s. Abb. 4). In den Klassen drei und vier ließen sich bei Vergleich mit der Kontrollschule deutlich höhere Werte bei Leistungsmotivation und Sozialkompetenz nachweisen. Bei den VERA-Test-Vergleichsarbeiten der Grundschulen, die 2006 in sieben Bundesländern durchgeführt wurden, erzielten die Viertklässler der Olewiger Grundschule, die zu diesem Zeitpunkt seit drei Jahren Schach spielten, hervorragende Ergebnisse und zeigten in Mathematik (Zahlen und Operation sowie Größen und Messen) doppelt so gute Leistungen wie der Landesdurchschnitt (s. Abb. 5). In Deutsch erreichten sie im Bereich Leseverständnis 2½ mal bessere Leistungen (s. Abb. 6), im Bereich Sprache untersuchen drei mal bessere Ergebnisse als der Landesdurchschnitt (s. Abb. 7).27

Als Fazit und Ergebnis der Trierer Schulschachuntersuchung hält Bönsch-Kauke fest:

25 vgl. Bönsch-Kauke, 2008, 231f.
26
Bönsch-Kauke, 2008, 232.
27
vgl. www.schulschachstiftung.de, 2.04.09 (PP-Präsentation)

- „Kontinuierliches Schach spielen und Schachlernen in der Schule hilft den Schülern bei ihrer Entwicklung.
- Bestätigung dafür, dass die Einführung einer regulären Schulstunde Schach sinnvoll ist.
- Schach hat sich im Rahmen des Qualitätsverbesserungsprogramms zur Überwindung des PISA-Schocks für Grundschulen bewährt“28.

Viele Praxiserfahrungen bestätigen die positiven Ergebnisse der Trierer Schulschachstudie. Die Hamburger Schulleiterin Monika Küsel-Pelz, an deren Grundschule seit einem Jahr eine Unterrichtsstunde Schach statt Mathematik unterrichtet wird, meint schon jetzt positive Auswirkungen des Schachspiels zu beobachten, da die Kinder offener an Sachaufgaben herangehen.29

http://www.chessbase.de/nachrichten.asp?newsid=6566

Schach macht schlau!

Der Feldversuch wurde von der Universität Trier (Zdiag, Prof. Dr. Sigrun-Heide Filipp) geleitet und von der Diplomandin Anne Krämer ausgewertet und als Diplomarbeit vorgelegt. Den Anstoß zu der Studie gab Kurt Lellinger, der sich als Lehrer und Rektor seit vielen Jahren mit dem Thema Schach in den Schulen beschäftigt und maßgeblich als Gründer in der Deutschen Schulschachstiftung aktiv ist. Die Ergebnisse wurden als hier (PDF) aufbereitet.

Auszug aus der Diplomarbeit von Anne Krämer:

Kurzfassung der Ergebnisse:

a) Eine signifikante Verbesserung des Wahrnehmungsvermögens und der Konzentration sind in der Experimentalschule vor allem in den beiden ersten Schuljahren und hier vor allem bei den leistungsschwachen Schülern nachweisbar. (Diagramme Seite 4 + 5) b) Ein signifikanter Intelligenzanstieg in der Experimentalschule konnte im zweiten Schuljahr nachgewiesen werden. (Diagramme Seite 6 + 7) c) Eine Veränderung der Rechtschreibfähigkeit blieb noch ohne Aussagekraft * *Die Prüfung einer Verbesserung der Rechtschreibleistung wurde aufgenommen, da eine große New-Yorker Studie, allerdings bei 12 jährigen Kindern, ein solches Ergebnis erbracht hatte. Bei Kindern, die das Schreiben erst erlernen, kann bei gleichzeitigem Erlernen des Schachs noch keine signifikante Verbesserung erwartet werden. d) Deutlich höhere Werte bei Leistungsmotivation und Sozialkompetenz erwiesen sich in den Klassenstufen 3 und 4. (Seite 8 + 9) e) „Phänomenale Indizien“ beim Vera-Test 2006 in der Experimentalschule in Deutsch Leseverständnis und Sprachverständnis sowie in Mathematik: Zahlen, Operationen und Größen und Messen. (Vergleiche Power-Point-Präsentation bzw. Schautafeln Seite 10 -13)